Soviel Güte und Freigiebigkeit von Gott; so viele Fehler und schuldhaftes Benehmen von dir.

  • Oh Herz, was überlegst Du, um dich vor Gott für die begangenen Fehler und Sünden zu entschuldigen? Von Ihm kommen soviel Gnade, Gutes, Freigiebigkeit und Treue, von dir zeigen sich so viele Fehler, Mangelhaftigkeit und ungerechte Handlungen...
  • Von Seiner Seite so viel Grossmut, von deiner Seite jedoch sinnlose, widersprüchliche Handlungen; Von Ihm soviel Segen, von dir jedoch unzählige Fehler, Schuld und Sünden...
  • Von dir so viel Neid, so viele schlechte Gedanken und Klatsch. Von Ihm jedoch so viel Huld, Wohlwollen und so viel Gutes.
  • Wenn du die Fehler und die Sünden, die du begangen hast, bereust und von Herzen Allah rufst, ist Er Derjenige, Der dir hilft, um dich vor Unglück zu retten. Er ist Derjenige, Der dir dieses Gefühl der Reue gibt. Er ist Derjenige, Der es zulässt, dass du Ihn in dir spüren kannst.
  • Du fürchtest dich vor deinen Sünden, suchst nach Auswegen und entscheidest dich, sie nicht mehr zu begehen; gerade in diesem Moment, wenn dein Inneres mit solchen Gefühlen verwirrt ist, wenn du dich deinetwegen schämst, wenn du dich missbilligst, wenn dein Gewissen sich beklagt, weshalb machst du dir keine Gedanken? Derjenige, Der dir diese Gefühle gibt und dich diese Reue empfinden lässt, ist in dir selbst. Er ist dir sehr nahe. Wie kannst du Ihn nicht in dir sehen und spüren?
  • Manchmal lässt Er dich deiner schlechten Natur verfallen. Er lässt dich dem Silber, dem Gold und den Frauen verfallen. Und manchmal gibt Er dir das Göttliche Licht in dein Herz, beleuchtet dein Inneres, sodass du fähig wirst, dir Hz. Mustafa vorzustellen.
  • Manchmal zieht Er dich auf diese Seite und gesellt dich zu guten Menschen; manchmal zieht Er dich auf die andere Seite und lässt dich auf die Schlechten treffen. Er erschüttert dein Rettungsschiff mit gewaltigen Wogen, zerbricht und zertrümmert es.
  • Oh du armseliger Mensch, lass dir auf keinen Fall durch dieses Missgeschick und die Zustände die Hoffnung rauben. Bete heimlich so viel wie möglich, weine und wehklage in der Nacht so viel wie möglich, bis du schliesslich die rettenden Stimmen aus dem siebten Himmel hörst.

 

Hz. Mevlana, Divan-i Kebir
Band 1, Gedicht Nr. 1
Übersetzung ins Türkische von Şefik Can

Aktuelle Seite: Home Mevlana Celaleddin Rumi Mevlanas Werke Divan-i-Kebir Soviel Güte und Freigiebigkeit von Gott; so viele Fehler und schuldhaftes Benehmen von dir.