Wir sind nicht ein Schöner, die morgen altern. Wir bleiben für immer jung.

Wir sind nicht ein Schöner, die morgen altern.

Wir bleiben für immer jung.

 

Sei uns nicht böse, wir sind sehr hübsch! Vor Eifersucht der anderen haben wir uns gefürchtet und unsere Schönheit versteckt.

Wenn eines Tages die über der Seele liegende Körperdecke weggeworfen wird, wirst du sehen, dass der Mond und der ‚Stern der Trennung‘ eifersüchtig werden. Denn keiner von ihnen hat so eine Helligkeit wie die Seele.

Wasch dein Gesicht, um uns zu sehen, reinige dich und befreie dich vom Schmutz! Denn ein schmutziger Mensch kann uns nicht sehen. Bleib uns fern, wenn du dich vom Schmutz des Geistes nicht befreien willst! Unsere Schönheit ist uns genug.

Wir sind nicht ein Schöner, der morgen altert, wir bleiben für immer jung. Unser Herz ist ruhig und im Einklang. Wir sind der Ewige – es gibt keinen vor uns und keinen nach uns.

Wenn unser Körperkleid alt geworden ist, wen kümmert das? Was im Kleid drin ist, ist nicht alt geworden. Die Lebensdecke ist vergänglich. Doch wir sind endloses Leben.

Iblis hat das Wahre in Adam nicht gesehen. Er hat nur seine Decke gesehen und hat sich deshalb von ihm abgewendet. Hz. Âdam rief ihm zu: „Du bist von der Dergah Gottes vertrieben, verstossen worden. Wir sind nicht vertrieben und verstossen worden“.

Iblis hat sich nicht niedergeworfen, aber alle anderen Engel haben sich niedergeworfen und gesagt: „Unsere Herzen haben sich in die Schönheit unter der Decke verliebt.

Es gibt unter der Decke eine solche erhabene Schönheit, dass sie uns den Verstand geraubt hat und wir uns vor dieser Schönheit niedergeworfen haben“.

Wenn wir die Alten nicht von den Schönen unterscheiden können, wenn unser Verstand in der Welt der Liebe diese Unterscheidung nicht machen kann, dann bedeutet das in der Liebe, dass wir uns von unserem Glauben abgewendet haben.

Ist die Schönheit der Rede wert? Sie ist der Löwe Gottes, wir sind kindisch in Worte versunken. Im Grunde genommen sind wir auch überhaupt wie Kinder. Im Wissen der Liebe sind wir erst beim Alphabet, lernen erst Einmaleins.

 

Hz. Mevlânâ, Dîvân-ı Kebîr

Band 2, Gedicht Nr. 742

Firuzanfer, Band IV, Gedicht Nr. 1705

Übersetzung ins Türkische von Şefik Can

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