Oh Seele; während du fastest, bist du Gottes Gast!

 

Oh Seele; während du fastest, bist du Gottes Gast!

 

Oh Seele! Während du fastest, bist du Gottes Gast; dir steht das Essen des Himmels zu!

Während diesem heiligen Monat hast du die Tür der Hölle geschlossen! Und somit öffnest du Tausende Türen des Paradieses!

Wirf den Körperumhang, welcher aus Erde, Feuer, Wasser und Wind geschneidert ist, weg!

Die Seele kam zur Tür der Liebe und flehte: "Verzeih mir, du bist die Seele der Verzeihung!"

"Oh Liebe!" jammerte sie. "Verzeih uns in diesem Monat; wir haben einen Fehler begangen!"

Lachend sagte die Liebe zur Seele: "Ich habe deine Hand gehalten! Denn ich weiss, dass du ohne Hände und Füsse bist!

Mein Mediziner; ich habe dir befohlen zu fasten! Denn du bist krank vor dieser Angst und Hoffnung!

Faste, damit ich dir einen Sirup machen und offerieren kann; wenn du ihn trinkst, kommst du nicht mehr zu dir!"

Ich schwieg; von nun an soll die Liebe erzählen! Denn seine Augen schenken der Seelen Seele!

 

Hz. Mevlana, Divan-i Kebir
Band III, Gedicht Nr. 1326
Firuzanfer, Band VI, Gedicht Nr. 2672
Übersetzung ins Türkische von Şefik Can