Wenn ich das Gesicht des Geliebten nicht sähe, fiele ein Feuer – wie die Tulpe – in mein Herz, und ich würde schwarz werden und verbrennen

Wenn ich das Gesicht des Geliebten nicht sähe, fiele ein Feuer – wie die Tulpe – in mein Herz, und ich würde schwarz werden und verbrennen

 

Hast du nicht „Ich werde von der Qual durch diesen quälenden Geliebten nicht gekränkt; mit seiner Liebe kann ich die ganze Welt drunter und drüber bringen!“ gesagt?

Hast du nicht seine Hand ganz fest gehalten und „Für diese Seele, für dieses Herz, kann ich mein Leben, mein Herz opfern!“ gesagt, und hast du nicht dein Wort gegeben und einen Bund geschlossen?

Oh Licht meines Auges! Wenn ich das Licht deines Auges bin, betrachte mich nicht als fern von dir, hebe deinen Kopf und schau nach oben – ich bin am Fenster!

Oh mein Retter! Tauche ein in die Freude, du bist der Hz. Jesus dieser Zeit! Zwar bin ich wie die Nadel, kann überall rein, doch du, reck dein Kopf aus dem Fenster und schau nach unten!

Es wird gesagt: „Am Tag der Auferstehung wird es ein Feuer und ein Rauch der Liebe geben!“ Eben du bist das Licht dieses Feuers, der Rauch bin ich!

Wenn ich das Gesicht des Geliebten, das Hunderten von Rosengarten im Frühling gleicht, nicht sähe, fiele ein Feuer – wie die Tulpe – in mein Herz, und ich würde schwarz werden und verbrennen. Ich hätte Hunderte von Zeugen, die ich – wie die Schwertlilie – zu beklagen hätte.

Oh geistiger Sultan Shemseddin aus Tebriz! Dir möge ich als einziger Verliebter genügen. An den Versammlungstagen möge ich wie die Kerze verbrennen und den Versammlungsrat erleuchten. Und am Tag des Krieges mit den Nafs möge ich wie das Eisen standhalten.

 

Hz. Mevlana, Divan-i Kebir

Band II, Gedicht Nr. 791

Firuzanfer, Band III, Gedicht Nr. 1592

Übersetzung ins Türkische von Şefik Can

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