Macht euch auf aus dieser fremden Welt, wohin ihr in die Verbannung geschickt worden seid!

Macht euch auf aus dieser fremden Welt, wohin ihr in die Verbannung geschickt worden seid!

 

Eine Stimme gelangt zu den Derwischen: „Warum möchtet ihr nicht zu eurem wahren Haus zurück, in eure eigentliche Heimat zurückkehren? Warum besteht ihr darauf, in dieser Welt voller Kummer, Sorgen und Schmerzen zu verharren?“

Eure aus Lehm erschaffenen Körper und Füsse sind mit so schweren Ketten gefesselt, dass es unmöglich ist, diese ohne Anstrengung zu zerreissen oder zu zerstückeln, um euch zu befreien.

Sagt: „Wir sind es leid, diese Fremde, diese Trennung zu ertragen!“ Macht euch auf aus dieser fremden Welt, wohin ihr in die Verbannung geschickt worden seid! Kehrt zu eurem Heim und Herd zurück!

Warum vergeudet ihr euer Leben bei stinkendem, saurem Ayran1 und bitterem Brunnenwasser in der Wüste?

Gott hat euch Flügel erschaffen, damit ihr euch anstrengt, euch bemüht. Wenn dem so ist, dass ihr lebendig seid, dann lebt! Auf, bewegt euch! Bemüht euch!

Durch Faulheit werden die Flügel der Hoffnung schlaff und nutzlos. Wenn euch die Arme brechen und abfallen, dann denkt doch bitte endlich darüber nach!

Es fällt euch schwer, euch durch Anstrengung, Arbeit und Bemühung zu befreien. Ihr regt euch darüber auf – aber ihr regt euch nicht darüber auf, auf dem Brunnenboden hocken zu bleiben. Wenn dem so ist, dann bleib dort stecken!

Hz. Mevlana, Divan-i Kebir

Band I, Gedicht Nr. 261

Firuzanfer, Band II, Gedicht Nr. 945

Übersetzung ins Türkische von Şefik Can

 

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