Wer sind die Menschen, die leben? Das sind die, die der Gottesliebe wegen sterben.

Wer sind die Menschen, die leben? Das sind die, die der Gottesliebe wegen sterben.

  • Sich auf dieser Welt von allen egoistischen Wünschen zu befreien, sich um nichts zu kümmern, gefühlslos zu sein – ist das der Weg der Entrückten? Auf keinen Fall! Mögen beide Welten für die, die sich auf diesen Weg begeben haben und den niedrigen Trieben den Rücken zugekehrt haben, Opfer und Sklave sein.
  • Oh du, der du die Welt siehst, die Seele aber nicht! Wisse, dass die Welt vergänglich ist und nur aus einem Atemzug besteht!
  • Das, was du als Welt bezeichnest, ist nichts als ein Haufen Staub. Er wirbelt in die Luft auf; in diesem Staub sind sowohl der Wischer wie auch der Besen schmutzig geworden!
  • Du armseliger Mensch! Wenn du stirbst und an jenem Tag wie Mohn zerbröckelst, wirst du verstehen und erkennen, was diese Lebensbeschäftigung und sich die Beine ausreissen bedeutet.
  • Jene Liebe, die so verborgen als auch so offensichtlich ist, wie kann sie nur so blutrünstig, so erbarmungslos sein?
  • An dem Tag, an dem du durch ihre Hand getötet wirst, beginnst du endlich zu leben. Wer sind die Lebenden? Die, die der Gottesliebe wegen gestorben sind.
  • Die Liebe zu verbergen gibt es keinen Weg! Des Verliebten Geheimnis ist ganz offen.
  • Wenn es keine Liebe gibt, gibt es auch nichts, was Freude bereitet! Was ist das nur für eine Schönheit – applaudiert dieser Schönheit!

 

 

Hz. Mevlana, Divan-i Kebir

Band II, Gedicht Nr. 584

Firuzanfer, Band III, Gedicht Nr. 1242

Übersetzung ins Türkische von Şefik Can

 

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