Ich habe so viele Märtyrer gesehen, die durch den schlaftrunkenen Blick

Ich habe so viele Märtyrer gesehen, die durch den schlaftrunkenen Blick deiner Augen auferstanden sind.

       

  • Oh teures Wesen, das unsere Herzen plündert, das alles, was wir besitzen, wegnimmt. In unserem Leben sollten tausende von Leben deine Beute sein, dir geopfert werden; nimm, nimm, nimm alles!

    

  • Was anderes hast du zu tun, als die Verliebten zu töten? Ich wüsste nicht, mit was du dich sonst beschäftigtest, als damit, diejenigen zu töten, die dir ihr Herz geschenkt haben?

    

  • Töte, zögere nicht, töte! Möge es deiner Hand wohlergehen! Möge all das Leben, das auf dieser Welt existiert, vor dir ausgebreitet und vernichtet daliegen.

    

  • Ich habe so viele Märtyrer gesehen, die durch den schlaftrunkenen Blick deiner Augen auferstanden sind.

    

  • Ich habe so viele Verliebte gesehen, die sich im unentschlossenen, nicht erlöschenden, dauernd brennenden Feuer deiner Liebe nicht entschliessen konnten.

    

  • Falls du dich herablässt und die Grabstätte der Märtyrer der Liebe besuchst, wird kein einziger Toter mehr in der Erde verbleiben, sie alle werden auferstehen.

    

  • In der Hoffnung, den Schoss deines unendlichen, unbegrenzten Wesens zu erreichen, küsst diese Seele ständig die Erde, die von deinen Füssen betreten worden ist.

 

Hz. Mevlana, Divan-i Kebir

Band I, Gedicht Nr. 219

Firuzanfer, Band I, Gedicht Nr. 379

Übersetzung ins Türkische von Şefik Can