Oh treuer Mensch, lass von ‚Wir‘ und ‚Ich‘ ab!

 

Oh treuer Mensch, lass von ‚Wir‘ und ‚Ich‘ ab!

     

  • Oh treuer Mensch, komm, komm, komm noch näher! Lass das Ich, das Ich-Sein, das Wir und das Wir-Sein! Schnell, bevor die Zeit vergeht, komm!

 

  • Komm, komm noch näher! Lass das Wir und Ich, komm, komm. Komm bis das Du und das Wir entschwinden. Weder das Du noch das Ich soll existieren!

 

  • Lass die Arroganz und das Selbstgefällige und gib Ihm, dem Grössten der Grossen, der weder im Himmel noch auf Erden Platz hat, im Raum in deinem Herzen!

 

  • Der Allmächtige hat im Jenseits „Bin Ich nicht euer Herr?“ gesagt. Und du hast „Belâ - Ja, unser Herr bist Du!“ geantwortet.

 

  • Ja was ist die Dankbarkeit dieser Worte? Wie willst du diesen Befehl erfüllen? - Ohne sich zu beklagen die Heimsuchungen, die Leiden, die von Gott kommen, auf dieser Welt zu erdulden. Still zu sein.

 

  • Ein anderes Geheimnis von Belâ beinhaltet: ich fakr klopfe an die Tür der Dergah der Nichtexistenz.

 

  • Befrei dich von dir selbst, reinige dich von deinem Ego, erniedrige dich und sei Erde, auf dass Gras aus deiner Erde wachse. Wenn du wie das Gras dein Ego von dir wegwirfst, wirst du trocknen – und dann wirst du auf eine schöne Weise im Feuer der Liebe verbrennen.

 

  • Die durch dein Verbrennen entstehende Asche, wird inchemiescher Verbindung mit der Erde ein Heilmittel für deinen Kummer.

 

  • Gib ihm deine tierische Seele, die voller Krankheiten und Wünsche der niederen Triebe ist, damit du die unendliche, schöne menschliche Seele erlangen kannst!

       

Hz. Mevlana, Divan-i Kebir

Band I, Gedicht Nr. 81

Firuzanfer, Band I, Gedicht Nr. 251

Übersetzung ins Türkische von Şefik Can