Jedes Teilchen von diesem Universum, alles ist Liebe!

  • Oh Lebenselixier, nämlich Liebe, nur vorwärts! Beginn mit einer Melodie und lass mich mit Begeisterung und Aufregung wie ein Mühlstein drehen.
  • Mach es so! Mach es so, damit es immer so sein wird: elend und zerzaust soll auf der einen Seite ich und auf der anderen Seite die Seele sein!
  • Ohne den Wind können die Äste und die Blätter der Bäume sich nicht bewegen; und ohne den Bernstein kann auch der Strohhalm nicht fliegen!
  • Hab Erbarmen; wenn doch nicht mal der Strohhalm ohne das Blasen des Windes sich nicht bewegt, ja wie kann dann die Welt windlos, ohne ein Hauch, ohne etwas, das sie beeinflusst von sich aus bewegen?
  • Im Grunde genommen ist jedes Teilchen der Welt, ja die ganze Welt Liebe; in allem, in jedem Partikel, ja sogar in jedem Atom flammt das Feuer der Liebe! Alles ringt darum, sich mit dem Geliebten zu vereinen, alles ist trunken von der Vereinigung!
  • Doch sie sagen dir ihre Geheimnisse nicht! Denn das Geheimnis wird nur dem gesagt, der dessen würdig ist und sonst niemandem!
  • Alle Wesen essen und trinken von der süssen Tafel des Hausherrn, das heisst von Gott!  
  • Alles ist lebendig, alles isst, trinkt und spricht! Wenn dem nicht so wäre, wie könnten die Ameisen Süleyman das Geheimnis sagen, wie könnte der Berg mit dem Propheten David Lobgesänge singen?
  • Wenn der Himmel nicht verliebt wäre, wie könnte seine Brust so rein, sauber und azurblau sein?
  • Und wenn die Sonne nicht verliebt wäre, gäbe es kein Licht in ihrem Gesicht und auch kein solches Leuchten.
  • Wenn der Grund und die Berge nicht verliebt wären, könnte nicht mal ein Grashalm aus ihren Herzen wachsen!
  • Wenn das Meer keine Ahnung von die Liebe hätte und die Bedeutung der Liebe nicht verstehen würde, wie hätte es so Wellen schlagen, so aufschäumen können?
  • Oh Mensch! Verlieb dich auch, lerne die Liebe kennen; sei treu, damit du Treue findest!
  • Der Himmel hat die Bürde des anvertrauten Guts nicht angenommen! Denn er war verliebt; hatte Angst Fehler zu begehen!

 

Hz. Mevlana, Divan-i Kebir

Band 3, Gedicht Nr. 1333

Firuzanfer, Band 6, Gedicht Nr. 2674

Übersetzung ins Türkische von Şefik Can