Meine Seele und deine Seele vereinten sich und wurden zu einer Seele.

  • Nicht mal einen Augenblick kann ich von dir lassen, kann ich meine Hand von dir zurücknehmen. Denn du bist mein Alles, jeden Augenblick bin ich mit dir beschäftigt.
  • Meine Seele und deine Seele vereinten sich und wurden zu einer Seele. Dieser einzigen Seele zu Liebe – ich schwöre auf diese einzige Seele – bin ich, dich ausgenommen, auf dieser Welt alles leid.
  • Ich bin ein durch die Schönheit deines Gartens zusammengebundener Grasstrauss oder Strohstrauss. Ich bin wie die Mütze des Gnadenkleides.
  • Diese Welt ist ein über die Mauern verstreuter Dorn, der sich um dich dreht in der Hoffnung, deine Rose der Vereinigung zu riechen. Und ich stampfe ständig in diesem Dorn.
  • Wenn der Dorn dieser Welt schon so schön ist, wie wird wohl der Rosengarten sein? Oh du Schöne, deren Geheimnisse meine Geheimnisse wegwischen, sie entfernt und davon trägt!
  • Oh meine Seele! Sogar im Himmel wurde die Sonne der Freund des Mondes; davon verstehe ich, dass auch du mich in der Gesellschaft des Fremden nicht allein lassen wirst.
  • Ich besuchte mal einen Derwisch, der sagte zu mir: „Gott ist dein Gefährte, dein Helfer.“ Wie wenn das seine Fürbitte gewesen wäre, dass ein solcher König wie du mein Freund werde.
  • Jede Gattung schleppt ihre Lebenskette und führt zu ihresgleichen. Wessen Gattung bin ich denn, dass ich hier in dieser Falle gefangen bin?
  • Oh Geliebter! Heimlich wie ein Dieb drehst du dich um mein Herz. Oh mein schlauer Liebling! Ich weiss, wonach du suchst und was du willst. Du möchtest mein Herz stehlen und davon tragen.
  • Oh Geliebter! Unter dem Kleid hast du eine Kerze versteckt. Hast du die Absicht meinen Dreschflegel, mein Lagerhaus anzuzünden und in Feuer zu stecken?
  • Oh meine Seele, mein Rosengarten! Oh meine Gesundheit, meine Krankheit! Oh mein Geliebter, dessen Gesicht Joseph gleicht! Oh Glanz meiner Geschäfte!
  • Du kreist um meine Seele herum und ich bin an deiner Tür und halte mich dort auf. In deiner Hand bin ich wie ein Zirkel. Mit schwindligem Kopf kreise ich um dich herum.
  • Ich schwöre, dass der Kummer und Schmerz mein Blut trinken würden, sobald ich vor deinem heiligen, schönen Gesicht die Geschichte des Kummers und des Schmerzes zu erzählen beginnen würde – ich verdiene das.
  • Dieses Volk spielt durch den Schlag deiner Weisheitstrommel. Doch solange nicht der Ton geschlagen wird, den du wünschst, ist es nicht möglich, dass überhaupt ein Ton gespielt werden kann; ich kann das nicht glauben.
  • Die Stimme deines Trommelns ist verborgen, das Spielen des Volkes jedoch ist offenkundig. Der, der kratzt, ist sichtbar, doch das Kratzen ist verborgen
  • Ich bin im Wasser, in der Erde, im Feuer. Traurig durch den Wind. Diese vier Elemente sind um mich herum, doch ich bestehe nicht aus diesen vier Elementen. Ich bin vom Jenseits.

 

Hz. Mevlana, Divan-i Kebir

Band 2, Gedicht Nr. 688

Firuzanfer, Band 3, Gedicht Nr. 1458

Übersetzung ins Türkische von Şefik Can