Wo sind die Tränen des Frühlings, die kommen mögen, um den Schoss des Dornes mit Rosen zu füllen?

  • Wer hat Erbarmen mit dem Freund? – Wieder ein Freund! Das Ach eines Kranken hört wieder ein Kranker.
  • Wo sind die Tränen des Frühlings, dessen Herz aus Liebe, Mitgefühl und Anteilnahme besteht, damit jene kommen können, um den Schoss des Dornes mit Rosen zu füllen?
  • Hört Folgendes vom unbarmherzigen, erbarmungslosen Herbst! Er sagt: „Die Verbrennung der niedrigen Genüsse und Gefühle geschieht durch das Vermehren des Dhikr, durch Gotteserinnern.“
  • Als Hz. Muhammed (F.s.m.I.) mit Hz. Ebubekir in der Höhle war, sagte er: „Sei nicht traurig, hab keine Angst, Gott ist mit uns!“ Wenn die zweite Person von zwei auch in der Höhle ist, dann wird die Höhle zum Paradies. Wenn wir in der Herzenshöhle mit dir zusammen sind, sollten wir keine Angst haben.
  • Wegen dem Ach des Verliebten entzweit sich der Himmel; das Wehklagen und das Wehgeschrei des Verliebten ist nicht etwas, was man verachten sollte.
  • Der Himmel dreht sich der Verliebten wegen. Der wahrhaftige Grund warum sich das Himmelsgewölbe dreht, ist wegen der Liebe und für die Liebe.
  • Ansonsten dreht sich der Himmel weder wegen dem Bäcker noch wegen dem Schmied, noch wegen dem Schreiner, und auch nicht wegen dem Parfümhändler mit den wunderschönen Düften!
  • Steh auf! Denn wenn schon der Himmel sich um die Liebe dreht, dann sollten auch wir beginnen, uns mit der Liebe zu drehen.
  • Warum hat Gott zu unserem Propheten Hz. Muhammed (F.s.m.I.) gesagt „Wenn es dich nicht gegeben hätte, hätte ich die Himmel nicht erschaffen“? – Hz. Ahmed-i Muhtar war das Mineral der Liebe, deshalb.
  • Wie lange willst du dich noch um diese unreine, sündige, schmutzige Welt drehen. Für eine Weile sollten wir uns um die Verliebten drehen.
  • Wo ist der Schöne, der seinen Kopf durch die Tür, durch die Wand streckt und die Verliebten sehen kann?
  • Die Türen und die Wände erzählen von Geheimnissen. Das Feuer, der Wind, die Erde, das Wasser, alle diese Elemente haben ihre eigene Sprache. Sie machen geistreiche Anspielungen, erzählen Geschichten, doch wo ist das Ohr, das diese Worte versteht?
  • Sie alle sind so wie die Waage, wie das Längenmass, wie der Prüfstein zungenlos, lippenlos; doch im Bazar und in den Geschäften sind sie wie ein Richter und fällen das Urteil.
  • Oh Verliebter! Geh und dreh auch du dich wie der Himmel der Liebe wegen, doch schweig! Lass los das Wort und auch das Sagen!

 

Hz. Mevlana, Divan-i Kebir

Band 2, Gedicht Nr. 541

Firuzanfer, Band 3, Gedicht Nr. 1158

Übersetzung ins Türkische von Şefik Can