Gutes, Schlechtes, Schönes, Unschönes alles ist Gottes Werk. Alles hat Er erschaffen.

  • Oh Liebe! Du hast mich wie ein Götze zerschmettert, ich beschwere dich. Ich werde dich zum Richter bringen. Niemand wird von mir Zeuge verlangen, ich bin nicht gezwungen einen Zeugen zu bringen, denn ich bin der Zeuge selbst.
  • Du bist der Verurteilte und auch der Urteilende! Du bist die Zukunft auch bist du die Vergangenheit! Du bist der Wütende auch bist du der Versöhnende! Du zeigst dich von Moment zu Moment anders. Im Grunde ist alles dir, du hast alles erschaffen!
  • Oh schöne Liebe! Ich bin du, du bist ich! Du bist der Bach und auch der Dreschen auch bist du Freude und Trauer!
  • Diese ist aus dir bestehend, jenes auch! Du bist frei von diesem, von jenem auch! Diese weite Ebene bist du, dieser Berg auch! Auch bist du die Ebene der Grosszügigkeit! Denn du hast alles erschaffen, alles ist durch deinen Befehl entstanden.
  • Du bist der Grund in Verliebtheit Worte zu sprechen, auch bist du der Grund liebend zu Schweigen! Du bist das Verständnis, auch bist du der, der sich verliert! Du bist sowohl der Unglaube und auch bist du die göttliche Führung, du bist die Gerechtigkeit auch bist du das Unrecht.
  • Oh der Sultan der Sultane der Sultane! Oh Verstand, oh der in der Seelenwelt seinen Thron hat, oh der obwohl er hunderte Werke, Zeichen hat, sich nicht zeigt. Oh das Meer der Nichtexistenz, heiliges Wesen.
  • Die Schönen und die Unschönen sind gegenüber dir wie ein Bild an der Nadelspitze. Wenn du wünschst, malst du mit dieser Nadel ein schönes Bild auf dem Papier, wenn du wünschst ein Unschönes. Danach zerreist und wirfst du sie weg mit Krankheiten und dem Tod.
  • Wenn die Bilder wüssten, dass sie aus derselben Nadel bestehen, würde jedes Bild mit dem anderen sich wie Milch und Honig verschmelzen, vereinen.
  • Zu jemandem, der sein Leben in deiner Nähe geben möchte und zu deiner Richtung kommt, sagt deine Anstrengung ‚Geh!’ Deine Güte und dein Wohlwollen jedoch ruft ‚Komm’.
  • Doch deine Güte ist grösser. Er zieht den Verliebten immer näher und näher zu sich. Sowie das Licht die Dunkelheit übersteigt, so ist auch deine Güte über dein Zorn?
  • Jeder ist hinter einer Illusion, einem Traum her. Diese ziehen ihn zum Boden. Doch auch bist du der, der diese Armee der Träume ziehen lässt.
  • Oh Besitzer der Habe, oh Besitzer des Reiches! Am Ende bringst du einen Traum und schnappst die Grösse, die Überlegenheit vom vorherigen Traum weg. Machst ihn zum Gefangenen von jenem. Deine Weisheit kann nicht in Frage gestellt werden.
  • Jeden Augenblick kommt aus der Seelenreich ein Traum zum Körper und sagt wie ein Kind, ahnungslos über den, der die Schicksale verteilt ,Der Burg gehört uns.’
  • Ich soll schweigen, die Lippen verschliessen, damit diese Welt nicht durch meine Worte in Chaos gerät. Sowieso lässt du dich nicht in Worte quetschen, was kann ich mehr oder weniger noch sagen. 

 

Hz. Mevlana, Divan-i Kebir

Band 2, Gedicht Nr. 718

Firuzanfer, Band 3, Gedicht Nr. 1384

Übersetzung ins Türkische von Şefik Can

 

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