Beklage dich nicht über den Kummer und die Sorgen, die Er dir gibt! Ich habe Hunderte von Leben gegeben, um diesen Kummer abzukaufen.

  • Dieses Mal habe ich mich ganz der Liebe hingegeben, bin völlig verliebt.
  • Habe mein Herz von mir abgerissen. Nun bin ich herzlos. Mit etwas anderem bin ich lebendig. Ich habe den Verstand und die Gedanken von der Wurzel entfernt und verbrannt.
  • Oh Menschen, oh Menschen, erwartet nun von mir nicht ein normales Menschsein. Ich bin in solche Gedanken vertieft, dass nicht mal ein Verrückter so wie ich denken würde.
  • Deshalb hat mein Verstand heute genug von mir, er ist meiner leid (er ist es leid, mich zu ertragen). Er meint, dass ich ihn nicht sehe und möchte mich erschrecken.
  • Warum sollte ich Angst haben vor ihm? Für ihn habe ich diesen Körper eingenommen(?). Wie könnte ich ein Schatz sein? Um mich zu zeigen, habe ich mich in eine Ecke versteckt.
  • Weder interessiert mich die Schüssel der Sterne noch der Esstisch des Schicksals! Doch habe ich, um der Bettler willen, viele Schüsseln abgeschleckt.
  • Wegen einer Sache bin ich ins Gefängnis der Welt gefallen. Andernfalls – wo bin ich, wo ist das Gefängnis? Wessen Gut habe ich geklaut, dass ich hierher gefallen bin?
  • Du kannst mich solange anschauen, wie du möchtest! Mit deiner ganzen Kraft, mit deiner ganzen Aufmerksamkeit, und dennoch kannst du mich nicht erkennen. Denn ich habe nicht nur eines, sondern Hunderte von Aussehen!
  • Komm, geh hinein in mein Auge, betrachte mich mit meinem Auge, denn ich habe mir einen Gast ausgesucht, den die Augen nicht sehen können.
  • Du bist betrunken vom Wein, ich bin weinlos trunken. Du bist ein lachender Verliebter, doch ich lache ohne Mund und Lippen.
  • Ich bin ein eigenartiger Vogel. Hatte Hunger und flog von dieser Weide weg. Dort gab es weder einen Jäger, noch eine Falle. Wo es denn (doch?) so war, bin ich in diesen Körperkäfig hineingegangen.
  • Wenn man mit den Freunden ist, ist der Käfig besser als das Freiland und die Gärten! Den Josephs der Seelen zuliebe habe ich in der Grube des Brunnens übernachtet und mir diesen Ort zu Eigen gemacht.
  • Wimmere nicht wegen diesem wunden Schmerz, den keinen Aufschrei, dass du krank bist! Ich habe Hunderte von Leben gegeben, um diesen Kummer abzukaufen.
  • Die Seidenraupe geht hin und her und webt Seide. Achte, was ich sage; auch ich bin eine Seidenraupe. Ich webe Kummer und wickle ständig den Kummerfaden.
  • Ich bin im Grab des Körpers gefangen. Geh zu meinem Israfil (Erzengel Gabriel)! Er soll für mich die (Auferstehungs-)trompete blasen, mich erwecken! Denn ich bin vom Schlafen in diesem Körper zerfallen, verfault, verschmolzen und fertig.

 

Hz. Mevlana, Divan-i Kebir

Band 2, Gedicht Nr. 823

Firuzanfer, Band 3, Gedicht Nr. 1372

Übersetzung ins Türkische von Şefik Can

 

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