Existenz – Nichtexistenz

  • Bravo dieser Nichtexistenz, denn sie hat unsere Existenz geschnappt und ist davon gegangen. Die Seelenwelt existiert sowieso auch nur wegen der Liebe dieser Nichtexistenz.
  • Wo immer auch sich die Nichtexistenz niederlässt, verschwindet die Existenz. Was ist das für eine Nichtexistenz, denn, wenn sie kommt, bringt sie die Schattenexistenz zur Existenz.
  • Seit Jahren habe ich meine wahre Existenz, die weit hinter meiner Schattenexistenz ist von der Nichtexistenz geschnappt. Der Nichtexistenz hat jedoch mich nur mit einem Blick von mir genommen. Hat meine Existenz geschnappt und ist davon.
  • So wurde ich von mir selbst als auch von den Sorgen über die Zukunft befreit. Mich sowohl von der Hoffnung als auch von der Angst befreit! Habe mich von den Gedanken „es ist so gewesen, es wird so sein, es war, es war nicht“ gelöst. Ich tauchte vollständig in die Nichtexistenz ein!
  • Der Berg der Existenz, unser Schattenexistenz, diese Welt, in dem wir leben und auch das ganze Universum, alles von der mikroskopischen bis zu der makroskopischen Welt, ist gegen über der Nichtexistenz lediglich ein Strohhalm. Welchen Berg gibt es den, dass die Nichtexistenz nicht wie ein Strohhalm schnappen und davontragen könnte?
  • Was ist die Existenz? Was ist die Nichtexistenz? Was ist denn der Strohhalm? Was ist denn das, was du als Berg bezeichnest? Oh das Wort, das darauf Antwort gibt, geht raus! Verschwinde!

 

Hz. Mevlana, Divan-i Kebir

Band 1, Gedicht Nr. 271

Firuzanfer, Band 2, Gedicht Nr. 950

Übersetzung ins Türkische von Şefik Can