Der wahre Geliebte hat ihn so fest an seine Brust gedrückt

  • Sitz und steh mit den Verliebten zusammen! Such dir als Freund immer jemand aus, der verliebt ist; werde nicht mal einen Augenblick lang ein Freund von jemandem, der nicht verliebt ist.
  • Falls der Geliebte den Schleier von Rang und Namen vor sein Gesicht herablässt, geh und betrachte den Schönen, der keinen Schleier vor seinem Gesicht trägt, sieh seine Schönheit!
  • Sieh das Licht auf dem Gesicht – das Gebetsspuren aufweist – des wahren Geliebten; betrachte den Schönen, auf dessen Stirn die geistige Sonne strahlt!
  • Die Sonne der Einheit hat ihre Wange an seine Wange gelegt; so ein Licht hat sie ihm gegeben, dass sogar der Mond, sein Gesicht erblickend, sich verliert und auf den Boden wirft!
  • Sein Körper ist wie der Körper der Vorstellung ohne Blut und Adern; sein Inneres wie auch sein Äusseres sind mit geistiger Milch, mit geistigem Honig gefüllt!
  • Der Geliebte ohnegleichen hat ihn so oft umarmt, hat ihn so oft an seine Brust gedrückt, dass der Duft des Geliebten sich bei ihm festgesetzt hat und der Geruch der Erde von ihm entschwunden ist!
  • Er ist hell-loser Morgen, ein farbloser Abend, ein Wesen ohne Richtung, ein Leben, das nicht geboren worden ist und nicht gebärt!
  • Würde die Sonne sich jemals Licht vom Himmel ausleihen? Würde der Rosensprössling sich jemals Duft vom Jasmin ausleihen?
  • Sei zungenlos wie ein Fisch, rede nicht; nimm einen reinen Zustand an und sei klar wie das Meerwasser, auf dass du unverzüglich der Perle und des Schatzes sicher seist!
  • Sag es niemandem weiter, was ich dir ins Ohr sage! Weißt du, wer all diese Eigenschaften hat, die ich aufgezählt habe? Der Schemseddin, auf den die Einwohner von Tebriz stolz sind und den sie  rühmen.

Hz. Mevlana, Divan-i Kebir
Band 3, Gedicht Nr. 1023
Firuzanfer, Band 4, Gedicht Nr. 2053
Übersetzung ins Türkische von Şefik Can

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