Der Verstand ist gekommen, oh Liebe versteck dich!

  • Der Verstand ist gekommen, oh Liebe, versteck dich! Oh weh uns des Verstandes und der Vernunft wegen!
  • Oh das Auge, welches die Fehler sieht, oh denkender Verstand! Geh weg von unserer Versammlung! Oder ich schäme mich und werde blind, um nicht zu sehen, was du machst und werde taub, um nicht zu hören, was du sagst.
  • Oh Verstand! Du gleichst dem Wasser. Bleib unserem Feuer fern! Oder komm mitten unter uns, geh hinein in unseren Topf, koche mit uns, walle mit uns auf und werde lebendig!
  • Wenn du nicht willst, dass der Verstand dich zerschmettert, verwahrlost, dann werde im Meer des Verstandes wie ein Toter, beschäftige dich nicht mit seinen Wellen!
  • Falls du „Ich bin verliebt“ sagst, dann wisse, dass es für dich viele Prüfungen gibt. Lass deinen Kopf nicht hängen, trink aus dem Weinkrug der Verliebten!
  • Mein Entzücken kommt daher, weil ich von der Liebe berauscht bin. Auch wenn ich wie eine Harfe in heftige Bewegung gerate, bin ich mir dieses Zustandes nicht mal bewusst! 
  • Oh Shems aus Tebriz! Du hast mich in einen Zustand mit verheerenden Folgen gebracht, du bist sowohl der Weinschenker, als auch der Wein selbst – und auch der Weinhändler bist du!


Hz. Mevlana, Divan-i Kebir
Band 2, Gedicht Nr. 622
Firuzanfer, Band 3, Gedicht Nr. 1259
Übersetzung ins Türkische von Şefik Can