Wenn du auf der Erde das sehen willst, was nicht mal der Himmel sieht, dann sehe für einen Moment, dich selber nicht!

  • Sei ein Geliebter, damit du den Geliebten siehst; werde ein Herz, damit du den Herzensfreund siehst! Renne hinter dem Geliebten her, damit du die Essenz und den Rosengarten siehst!
  • Sei nicht faul auf dem Weg des Verstandes, der sich um den Lebensunterhalt kümmert; spring auf, wirf dich nach vorne! Schenk dem Waisen dein Material und siehe das Licht im Handeln des Kaufmannes!
  • Alle unsere Händler sind Verliebte, sind Menschen des Herzens, es sind die Propheten! Und der Wegbegleiter dieser Handelskarawane ist der allmächtige Gott, der die Sünden deckt und verbirgt und der die Schulden vergibt. Siehe du Seinen Segen!
  • Der Sultan Mahmud ist wieder in das Zimmer von Ayaz gekommen! Wähle die Liebe, gib dich dem Spiel der Liebe hin, siehe dann das unvergängliche Reich, das unendliche Wohlergehen.
  • Ich bin der Staub unter den Füssen von Ayaz! Denn auch er hat sich die Liebe zur Eigenschaft gemacht! So verlieb auch du dich, wünsche dir die Liebe und sieh dann den aufmerksamen Geliebten!
  • An diesen Schlappen und der Schaffelljacke zu hängen - um den Ursprung nicht zu vergessen - ist eine gute Eigenschaft! Nimm diese Eigenschaft als Kibble an und schau dann, was dieses Geschenk mit sich bringt.
  • Du siehst die Schlappen erst, wenn du in eine beschwerliche Situation gerätst und Kummer hast! Betrachte dich im Kummerzustand dann wenigstens so, wie wenn du keinen Kummer und keine Sorgen hättest!
  • Betrachte unsere Schlappen als das Wasser der Tapferkeit, unsere Schaffelljacke als das Blut im Mutterlaib! Wisse, dass der Verstand und die Betrachtungsperle ein Geschenk des Königs sind!
  • Lege die Perle dem König zu Füssen, damit er dich zum Gebieter des Dorfes macht. Gib das Alte, nimm das Neue; gib die Körner, damit du die Kornkammer siehst!
  • Wenn du auf der Erde das sehen willst, was nicht mal der Himmel sieht, dann sieh für einen Moment dich selber nicht und ziehe das Betrachtungskleid an, welches Er dir gibt!
  • Und schenke diese Wörter, die Perlen verstreuen, dem, der dir das Wort gibt! Und dann betrachte die geistigen Einfälle, die aus deinem ganzen Wesen hervorsprudeln!

Hz. Mevlana, Divan-i Kebir
Band 3, Gedicht Nr. 996
Firuzanfer, Band 4, Gedicht Nr. 2057
Übersetzung ins Türkische von Şefik Can

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