Du sitzt hinter dem Vorhang und sagst: „Kann man jemanden anbeten, den man nicht sieht?“

  • Wie lange willst du noch „Was ist meine Lösung, was ist meine Heilung?“ sagen? Wer lässt dich nach Heilung suchen? Suche du diese!
  • Wie lange willst du noch wimmern: „Ich sterbe vor Kummer!“ Was ist das Leben; wiese möchtest du das nicht wissen? Wieso möchtest du nicht wissen, warum du Kummer hast?
  • Falls du dich verliebt hast, ist deine Liebe Beweis genug! Doch falls du nicht verliebt bist, wieso wünschst du dann noch einen Beweis?
  • Hast du nicht mal so viel Verstand; schau, um zu sehen. Falls es keinen König gibt, warum ist denn dieses Himmelskuppelzelt aufgestellt?
  • Falls es über diesem Himmelsschleier, dieser Himmelskuppel keinen so erhabenen, mächtigen Schöpfer gäbe – haben denn diese zahllos leuchtenden Sterne von sich aus zu strahlen begonnen?
  • Das Feuer im Auge der Heiligen hat den Schleier des Geheimen verbrannt. Doch du sitzt immer noch hinter dem Vorhang und sagst: „Wie kann man jemanden anbeten, der unsichtbar ist?“

 

Hz. Mevlana, Divan-i Kebir
Band I, Gedicht Nr.154
Firuzanfer, Band I,406
Übersetzung ins Türkische von Şefik Can