Durch die Gnade Gottes wurden im Rosengarten der Dorn und die Rose zum Freund.

  • Schau nur auf die Macht Gottes, Er hat die Liebe mit dem Verliebten und die Seele mit dem Körper aus Erde ausgesöhnt.
  • Wie lange willst du noch dieses und jenes, das Gute und das Böse voneinander getrennt sehen? Schau du auf das Ende, denn im Grab werden sie sich alle vermischen.
  • Wie lange wirst du noch sagen, dass dieses ein Zeichen, eine Spur hat, dass jenes kein Zeichen, keine Spur aufweist? Schau auf den, der die Spur bestimmt, im Grunde hat er sich mit dem vereint, was die Spur aufweist.
  • Wie lange wirst du noch jene Welt oder diese Welt sagen? Schau, wie sich jene Welt mit dieser Welt vermischt hat. Denn diese Welt ist der Saatplatz der anderen Welt.
  • Das Herz gleicht einem König. Die Zunge ist sein Übersetzer. Doch schau auf den König, wie er sich mit dem Übersetzer verständigt, sie leben freundschaftlich in einem Körper.
  • Die Erde und der Himmel sind enge Freunde geworden. Denn Gott hat sie für uns versöhnt. Oh ihr, die ihr euch gegenseitig schief anschaut, die ihr euch gegenseitig nicht mögt! Lasst die Trennung, verständigt euch miteinander, seid Freunde!
  • Schau auf das Wasser, das Feuer, den Wind und die Erde! Obwohl sie Feinde sind, haben sie sich verständigt, sind Freunde geworden.
  • Wolf, Schaf, Löwe und Gazelle – obwohl alle vier Gegensätze zu einander sind, haben sie sich aus Furcht vor einem mutigen Erzieher zusammengetan und sich versöhnt.
  • Schau auf die Macht dieses Königs, mit dessen Gnade im Rosengarten der Dorn und die Rose zu Freunden geworden sind und zusammen leben.
  • Schau diese Wolken genau an! Obwohl sie aus einzelnen Teilchen bestehen, werden sie durch Gottes Segen zusammengefügt, sie werden zu Wasser und fliessen durch manche Rinne.
  • Mit den Werken, die der Frühling und der Herbst hervorgebracht haben, haben sie sich vermischt und sind Freunde geworden, um verschiedene Früchte zu erzeugen.
  • Wie viele Menschen sind krumm, unerträglich und Diebe. Doch sie haben sich wie Pfeil und Bogen versöhnt.


Hz. Mevlana, Divan-i Kebir
Band III, Gedicht Nr.1172
Firuzanfer, Band V, 2381
Übersetzung ins Türkische von Şefik Can

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