Ich war ein Schatten, der hinter deiner Sonne Licht wünschte

  • Jede Nacht, bei jeder Morgendämmerung habe ich gebetet und dich ersehnt. Wenn du nur wüsstest wie ich von ganzem Herzen gefleht, dich von Gott erbeten habe.
  • Es war mein tiefster Wunsch, dass du meiner Verbeugungen wegen der vertraute Freund meines Wesens, mein nächststehender Freund wirst. Als ich dich von ganzem Herzen ersehnt habe, habe ich in Wirklichkeit mich von mir befreit. Meine Existenz hat mich verlassen und ist gegangen.
  • Ich war ein Schatten, der hinter deiner Sonne Licht wünschte. Als du aufgegangen bist, verschwand ich in deinem Lichte.
  • Ich war wie ein Stück Eisen, fest und eisern. Der Spiegel wünschte von deiner Liebe Gottes Licht. Und als ich mich von meiner Eisernheit befreien und wie der Spiegel glänzen und beleuchtet sein wollte, bin ich im Feuer verbrannt, geschlagen und verwundet worden.
  • Ich rannte zu dir, doch ich konnte keinen Ort finden, um den Fuss abzusetzen. Weil ich von dir einen Ort wünschte, hast du mich von Ort und Raum befreit und hast mich zu dir genommen. Du hast mich den Ort „Lâ“, der Ortlosigkeit, erlangen lassen.

 

Hz. Mevlana, Divan-i Kebir
Band II, Gedicht Nr. 825
Firuzanfer, Band III, 1406
Übersetzung ins Türkische von Şefik Can

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