Weisst du, an was der Wert des Menschen gemessen wird? An dem, was er sucht! Der Mensch ist dessen würdig, was er sucht.

  • Der Baum und das Gras, die aus der Erde wachsen und den Kopf erheben, sagen: mein Lehrer, du wirst das pflücken, was du säst.
  • Wenn du von den gezählten Atemzügen, die dir gegeben wurden, nur noch einen einzigen Atemzug übrig hast, dann säe nichts anderes als die Liebe. Denn, weisst du, an was der Wert des Menschen gemessen wird? An dem, was er sucht. Der Mensch ist dessen würdig, was er sucht.
  • Wasche deine beiden Hände von dir selbst, von deiner eigenen Existenz; befreie dich davon, dich selber zu sehen, befreie dich davon, dir selber zu gefallen. Befreie dich und komm zum Tisch der Liebe.
  • Wenn dein Geliebter dich beschenkt, wenn er dir Würde erweist und dich besucht, ist es eine Dummheit, wenn der Hausbesitzer nicht nach Hause kommt und sich sinnlos da und dort aufhält.
  • Wenn der Mensch zu Hz. Jesu wird – natürlich kommt er dann eilends zu Maria. Wenn er aber in Form eines Menschen ein Esel ist, dann wird er zu den Eseln gehen.
  • Wenn eines jemanden Weggefährte ein Weinschenke ist, wie kann er dann nüchtern sein? Wird er nicht genährt werden und wachsen, je mehr er trinkt.
  • Ich sage dir ganz heimlich.. warum lacht die Rose? – Ihr Geliebter ist in ihrer Hand. Sie riecht ständig an ihm, deshalb lacht sie so. 

 

Hz. Mevlana, Divan-i Kebir
Band 1, Gedicht Nr.297
Firuzanfer, Band 2, 916
Übersetzung ins Türkische von Şefik Can