Alle Menschen sind wie die Äste eines Baumes. Wir haben alle die selbe Lebensart, wir sind alle Wanderer des selben Weges.

  • Kommt, lasst uns versammeln! Oh Weinschenker, schenk uns ständig Wein ein! Lasst uns für einen Moment unsere Schattenwesen auf die Seite, erretten wir uns von der Trennung und werden alle Eins!
  • Lasst uns selber nicht sehen, vergessen wir uns indem wir im Meer der Einheit eintauchen und mit Wasser die gleiche Farbe annehmen! Wir, alle Menschen sind ja eh wie die Äste eines Baumes. Alle Erschaffenen haben die selbe Lebensart, wir sind alle Wanderer des selben Weges.
  • Alle Lebewesen sind Verliebte in ihm. Gemäss der Natur der Liebe, sind wir sowohl verborgen als auch offenkundig. In der Stadt der Liebe sind wir verborgen. Doch im Quartier der Liebe sind wir, durch die Wirkung der Liebe auf uns, sehr offenkundig.
  • Wenn wir uns von unserem Ego retten und geistig ihn leblos sehen, werden wir Frieden finden. Dann werden wir im Grab des Körpers in Ruhe schlafen. Wenn wir jedoch in Selbstgefälligkeit fallen, und uns als lebende sehen, beginnen wir uns zu beklagen, auszurufen und unser Gesicht zu zerkratzen.
  • Jeder Form, jeder Gestalt, der sich in unserem Herzensspiegel widerspiegelt, zeigt sich, als ob es von nichts abhängig wäre. Denn, wir sind eigentlich von nichts abhängig ausser von Ihm.
  • Wie die vielen Fische schwimmen wir im Wasser. Dennoch haben wir keine Ahnung vom Wasser. Schmeissen wir diesen Körper aus Lehm, der nicht genug hat und ständig hinter den Wünschen herrennt, von einer Lust zur anderen, auf das Gesicht der Erde.


Hz. Mevlana, Divan-i Kebir
Band 2, Gedicht Nr. 847
Firuzanfer, Band 4, 1702
Übersetzung ins Türkische von Şefik Can