Such du uns in der Liebe, finde uns in der Liebe!

  • Diejenigen, die sich auf den Weg der Liebe begeben, müssen lebendig sein. Könnte es einen toten Verliebten geben? Weisst du wer lebendig ist? Derjenige, der durch die Liebe geboren ist!
  • Auf dem Weg der Liebe gibt es Wegelagerer. Das sind die Weggefährtinnen, die ihre Nafs nicht beherrschen können. Mit Henna bemalte Füsse sind nicht für diesen Weg bestimmt. Mit dieser Art von Füssen, kann jener Weg der Liebe nicht begangen werden.
  • Die Kriegstrommel wurde geschlagen und es wurde verkündet: „Ein Held, der seine Nafs besiegt hat und seine Lüsternheit unter die Füsse genommen hat, soll seine Hand strecken, er soll sich an die Arbeit begeben“. Durch die Einladung der Liebe kam eine grosse Armee zusammen.
  • Das Donnern eines Helden, der seine Nafs unter die Füsse genommen hat, besteht nicht aus Worten. Es kommt vielmehr aus dem Herzen. Die Seele ist wie ein Blitz, der durch die Wolken geboren wurde; er kommt aus dem Körper heraus, doch er kann nicht einen Moment im selben Zustand bleiben.
  • Das Schwert der Todesvorsehung kann unmöglich den Kopf des Helden abschneiden, der seine Nafs beherrscht. Denn dieser Kopf ist erhaben und ragt hoch in den Himmel empor.
  • In das Herz, welches von den Wünschen der Nafs gereinigt worden ist, gelangt kein Schmerz, kein Kummer, keine Sorge. Die weltlichen Sorgen, vermehren sogar seine Freude.
  • Vor seinem mürrischen Gesicht zappelt das Meer. Er dagegen ist wie die Wolken im Frühling. Er weint, die ganze Welt lacht und wird süss durch ihn. Er zeigt sich in dieser Weise und zieht ein mürrisches Gesicht. Sein Löwe sucht keine Gazelle, denn seine Gazelle ist er. Derjenige, der Gott leugnet, wird diese Wahrheiten nicht verstehen und auf dieser Weide noch viel Gras fressen und Dornen kauen.
  • Such du uns in der Liebe, finde uns in der Liebe! Wo ist die Liebe – manchmal rühme ich sie, manchmal rühmt sie mich.
  • Wenn er im Meer des Ungestümen wie die Perlmutter seinen Mund öffnet, wird er das Meer des Ichs und des Wirs wie einen Tropfen schlucken und verschlingen.


Hz. Mevlana, Divan-i Kebir
Band 1, Gedicht Nr. 355
Firuzanfer, Band 2, 843
Übersetzung ins Türkische von Şefik Can

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