Es gibt keine Schlangen im Grab. Doch du bist der Schlangenkorb. Die schlechten Eigenschaften, die du hast, sind einzelne Schlangen.

  • Es gibt zwei Gründe warum er dieses Abendteuer, diese Streitigkeit aufgegeben hat. Entweder hat er seinen Groll versteckt, oder er hat seinen Fehler eingesehen. Er hat demjenigen verziehen, der Schlechtes getan hat und erlangte gute Eigenschaften.
  • Komm zu dir, wenn du in Frieden leben möchtest und streite mit niemandem! Streite nicht, hab Geduld! Reisse den Groll, den Abscheu, den du gegenüber dem empfindest, der dir Schlechtes getan hat aus deinem Herzen heraus!
  • Werde nicht verletzt durch einen schlechten Freund, sehe deine eigene Unzulänglichkeit und deine eigenen Mängel! Dieser Feind bist eigentlich du selbst. Der, den du als Feind siehst, ist dein Spiegel. Hab acht, sieh dich und den Feind nicht als zwei!
  • Werde nicht verletzt durch die Einbildung, durch das Sich-Höherstellen, durch den Geiz von anderen, werde verletzt durch dich selbst. Denn der Fluss friert wegen dem Winter.
  • Jemand, der durch Liebe erhitzt worden ist, wird nicht durch die Kälte der anderen verletzt. Jemand, der Durst hat, sucht auch im Juli nach Schnee.
  • Es gibt keine Schlangen im Grab. Doch du bist der Schlangenkorb. Denn die schlechten Eigenschaften, die du hast, sind einzelne Schlangen. Sie alle sind deine Feinde.
  • Schau auf die Samenflüssigkeit! Ob Schwarzer, ob Hindu, ob adliger Abstammung, ob niedriger Abstammung, ob ein König, ob ein Bettler… von allen ist die Samenflüssigkeit von gleicher Farbe und macht die gleiche Arbeit.
  • Die Symptome als auch die Gegenstände sind immer aus Erde. Aus der Perspektive der Stufen jedoch sind einige niedriger, andere höher.
  • Auf seinem Weg ist jedes Atom wie die Schale des Bettlers. Manche füllt er mit Gold, manche mit Erde!
  • Er ist ein so bewundernswerter Schöpfer, so ein einzigartiger Künstler; er verwandelt das Gute ins Schlechte, das Schlechte ins Gute! Er bringt vom Ungläubigen das Gläubige, vom Gläubigen das Ungläubige hervor.


Hz. Mevlana, Divan-i Kebir
Band 3, Gedicht Nr. 1100
Übersetzung ins Türkische von Şefik Can

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