Ich leugne das Menschsein desjenigen, der nicht verliebt ist.

Ich leugne das Menschsein desjenigen, der nicht verliebt ist.


Ich bin in deine Liebe verliebt. Ich habe sonst nichts zu tun. Ich leugne das Menschsein  desjenigen, der nicht verliebt ist.

Ich suche kein anderes Herz als deines. Ich renne sonst zu niemandem als zu dir. Ich rieche nicht von jedem Garten die Rose, ich denke nicht an jeden Dorn.

Ich habe an dich geglaubt, so wurde mein Herz Muslim. Das Herz sagte zu dir: „Oh meine Seele! Ich hatte niemals einen so schönen Geliebten wie dich.“

Dein Auge und deine Zunge wurden mein Auge und meine Zunge. Zwischen uns gibt es keine Zweiheit mehr. Ich habe nur eine Seele und das bist du. Ich habe keinen Glauben und kein Bekenntnis – ich habe lediglich diese Seele.

Wenn ich schon von deinem Honig esse, warum sollte ich ein saures Gesicht machen? Ich habe durch dich einen unvorstellbaren Gewinn. Warum sollte ich noch hinter dem Erfolg her rennen?

Ich habe keine Sorgen, ich habe keinen Kummer, ich beklage mich auch nicht. Ich habe zwar nicht viel Gold, doch eine Gesichtsfarbe wie Gold. Schau mein Gesicht an und sieh einen  Haufen Gold!

Ich hätte jedem, der Angst hat, jedem, der frei von Angst ist, die Wahrheit erzählt, doch ich komme nicht zu Wort, weil mein Inneres ständig spricht.

Du bist vor Liebesverrücktheit betrunken geworden. Gib mir Bescheid, wie geht es dir? Und ich bin in einem solchen Zustand, dass ich mich nichts anderes als nur „Wie geht es dir, in was für einem Zustand bist du?“ fragen kann.

Hz. Mevlana, Divan-i Kebir
Band I1, Gedicht Nr. 793
Übersetzung ins Türkische von Şefik Can