Ich habe dein Bild im Wasser gesehen, streckte meine Hand aus, um es zu fangen. Das Wasser wurde trüb.

  • Als ich das schöne Bild deines Gesichtes im Spiegel sah, war ich hingerissen. Ich fing an, Lobsprüche zu sagen;  doch der Spiegel mochte keinen Hauch, wünschte sich kein Wort, er wurde dunstig. So hat sich der Spiegel beschlagen und dein Bild wurde unsichtbar. Ah meine Worte, ah meine Worte!
  • Ich habe dein Bild im Wasser gesehen, streckte meine Hand aus, um es zu fangen. Doch das Wasser wurde trüb, es zeigte dich nicht mehr. Und ich habe mich umsonst bemüht.
  • Oh Dost! Nicht mal das Wort „Oh Dost“ hat zwischen uns Platz. Wenn ich versuche „Oh Geliebter“ zu sagen – nicht mal das kann ich sagen.
  • Wenn ich „Ach“ sage – auch dies schwindet dorthin, von wo es gekommen ist. Ich habe den Weg meines Mundes geschlossen und kann nicht mal wehklagen.
  • Mein Wehklagen, mein Kummer ist dieses Mondes wegen, der sich unter die Wolken mischt und sich mir nicht zeigt. Oh mein Liebling, der so schön ist wie der Vollmond! Der Vollmund versteckt sich zwischen den Wolken, doch du versteckst dich nicht. Gewiss ist es viel schöner, den lebenden Vollmond zu betrachten!

 

Hz. Mevlana, Divan-i Kebir
Band 2, Gedicht Nr. 698
Übersetzung ins Türkische von Şefik Can