Stilles, inbrünstiges Gebet

  • Effendim, ich bin müde, verwahrlost und stecke in der Dunkelheit der Unwissenheit. Du bist in der Helligkeit, im Tag. Ich beschwere mich über meine Nacht, die sich in die Länge zieht. Ich möchte fliehen und mich befreien, doch ich weiss nicht, wohin ich fliehen soll.
  • Es ist, wie wenn meine Nacht ihre Hände ausstreckte und den Rock des Tages festhielte und ihn nirgendwohin gehen liesse. Meine Nacht ist ein Ort, wohin man flieht, aber sie ist kein Ort, wo man Zuflucht findet!
  • Oh unser Gott, erleuchte uns mehr und mehr am Tag der Vereinigung mit Dir. Oh unser Gott, vergib  uns und zieh uns das Kleid der Vergebung an!
  • Oh unser Gott, unser Ärger und unsere Verletzungen unter den Menschen sind nur unseres Körpers wegen. Oh unser Gott, auf der anderen Seite der Wand des Körpers ist der Garten der Freundschaft – was für ein schöner Garten ist der Garten der Liebe, wie schön ist er.
  • Oh unser Gott, entferne diese Wand, damit dieses Hindernis, diese Feindschaften entschwinden! Oh unser Gott, wahrlich schämen wir uns unserer Sünden wegen vor Dir; wir entschuldigen uns.

 

Hz. Mevlana, Divan-i Kebir
Band 2, Gedicht Nr. 554
Übersetzung ins Türkische von Şefik Can

Aktuelle Seite: Home Mevlana Celaleddin Rumi Mevlanas Werke Divan-i-Kebir Stilles, inbrünstiges Gebet