Mevlana und das Fasten (Hayat Nur Artıran, August 2005)

Halte dich am Seil des Erbarmens fest, das während des Ramadan herabgesandt wird, und befreie dich aus dem Gefängnis, aus dem Grab deines Körpers! 

 

Was ist das Fasten? Fasten ist eine göttliche Einladung des Himmels zum verborgenen und unsichtbaren Essen. Nimm dieses Fasten wie einen Korb in die Hand und bettle auf dem Weg Gottes, damit Gott dir deinen Lebensunterhalt schenkt. Das Wasser des Lebens macht die Unglücklichen, deren Herzen brennen, glücklich. Dieses Fasten ist wie ein Krug, gib darauf Acht, ihn nicht zu zerbrechen!

 

Der heilige Monat Ramadan, der Sultan unter den elf Monaten, wurde von unserem Hz. Mevlana, der Krone aller Sultane, im Divan-i Kebir erklärt. Wie mag unser Hz. Pir wohl diese erbarmungsvollen, barmherzigen und gnadenreichen Tage verbracht haben? Was tat er alles? Wie mag er wohl gelebt haben, dass seine Frische und Schönheit durch die Jahrhunderte nie verwelkten und wie am ersten Tag erhalten blieben? Sein Fastenkrug mit dem göttlichen Licht erreicht uns noch in unserer heutigen Zeit, ohne zerbrochen zu sein, und schenkt denjenigen, die den Ramadan verstanden haben und durch das Fasten geehrt werden, das Wasser des Lebens.

 

Hz. Mevlana schreibt im Mesnevi Scherif: „Frage allein den Koran selbst nach seiner Bedeutung! Lerne von jemandem, der seine sinnliche Begierde und Lust ins Feuer geworfen hat. Frage den nach der Bedeutung des Korans, der sich dem Koran geopfert hat, der sein Ego überwunden hat, dessen Ego versunken istund dessen Seele geradezu zum Koran selbst geworden ist“. (Sefik Can, Mesnevi, Band V, Nr. 3128) Mit diesen wenigen Versen erklärt Hz. Mevlana uns auf schönste Art und Weise, dass wir bei jedem Schritt, den wir auf unserem geistigen Weg machen, welcher der eigentliche Grund unseres Seins ist, Acht geben müssen und zeigt uns so den Weg selbst. So können wir Folgendes verstehen: Weil die heiligen Eigenschaften Hz. Mevlanas mit jenen des Korans eins waren, er also auf höchster Ebene die Eigenschaften des Korans selbst lebte, war sein Fasten der Urgrund des wahrhaftigen Fastens, das deshalb nur aus ihm selbst verstanden werden kann.

 

Um über seine Gebete und sein Fasten schreiben zu können, um zum Ursprung und zur Wahrheit dieses Thema zu gelangen, müsste man sich im Ozean der Liebe Hz. Mevlanas verlieren, besser gesagt: man müsste zu Ihm selbst werden. Sipehsâlar*, der die Ehre hatte, während 40 Jahren mit Hz. Mevlana zu leben und ihm zu dienen, schreibt, wie hilflos er ist, wenn er über Hz. Mevlanas heilige Persönlichkeit und über die Gebete, die dieser verrichtet hatte, berichten möchte. Das Werk unter dem Namen Risâle-i Sipehsâlar ist eine der ältesten und vertrauenswürdigsten Quellen, welche über das Leben und den Charakter von Hz. Pir berichtet.

 

In diesem Werk wird gesagt: „Oh Hazreti Mevlana! Das Wasser des Lebens, welches den Menschen Unsterblichkeit schenkt, ist angesichts der Schönheit und der Anmut deiner Worte vollkommen in Scham versunken. Es zeigt sich niemandem mehr. Oh grosszügiger Mevlana, der alle schönen Eigenschaften unseres Propheten, der diese Welt geehrt hat, um die Moral zu vervollkommnen, in sich versammelt! Oh Einzigartiger, der alle Verse des Korans am schönsten und am richtigsten erklärt hat und der, der den Koran am zuverlässigsten und ohne Fehler gelebt hat! Was könnte ich über deine Person schreiben? Was könnte ich sagen? Die Worte wären ausgeschöpft und trotzdem würden diese besagten Worte deine Person nie umfassend beschreiben, weil deine Eigenschaften unendlich sind. Deine guten Eigenschaften sind unendlich, sie sind so viele, dass sie sich jeder Beschreibung entziehen. Ich habe meinen Mund tausend Mal mit Moschus und mit Rosenwasser gewaschen und gereinigt, aber dennoch habe ich es nicht übers Herz gebracht, deinen heiligen Namen in meinen Mund zu nehmen. Von den grenzenlos und unendlich hohen Eigenschaften Hz. Mevlanas habe ich einige selbst mit meinen eigenen Augen wahrgenommen, von anderen habe ich nur gehört und mit Gewissheit in meinem Herzen daran geglaubt.Sei es das, was ich mit den Augen des Gesichts gesehen habe, oder sei es das, was ich mit den Augen meines Herzens erfahren habe - wie könnte ich es mit meiner unfähigen Zunge, die wie ein stumpfer Bleistiftspitz geschnitten und mangelhaft ist, beschreiben? Denn nicht alles, was man weiss, ist sichtbar, nicht alles, was sichtbar ist, ist auch sagbar und nicht alles, was sagbar ist, ist auch schreibbar. Der Beweis dafür liegt darin, dass die Heiligen Gottes in ihren Gebeten, ihren guten Taten und in den Unannehmlichkeiten, die sie erfahren haben, Geduld zeigten. Durch die Selbstbeherrschung, durch die sie gehen mussten, durch den Kampf, den sie bestanden und die Anstrengungen, die sie erbrachten, konnten sie ihren Herzensspiegel von allem reinigen, so dass nur Gott blieb. Sie konnten sich von Neid, von Gewalt, von sinnlicher Begierde vollkommen befreien. Deshalb wurden sie durch die Eigenschaften Gottes ausgezeichnet. Dieses schwache Geschöpf hat 40 Jahre Hz. Mevlana gedient. Hz. Mevlana hat alle seine Gebete seit seiner Jugendzeit bis er gestorben ist ohne Minderung erfüllt. Ich habe ihn nie seinen heiligen Kopf auf ein Kissen legen sehen, um es sich bequem zu machen und sich einmal auszuruhen. Tatsächlich hielt Gott seinen durch Selbstbeherrschung erzogenen Körper immer in Bewegung und gab ihm Kraft. Wie könnte ich über diese Gebete, die er in Schlaflosigkeit und Ruhelosigkeit verrichtet hat, berichten? Ist so etwas überhaupt möglich?“

 

Wenn Sipehsâlar, der Kommandant des Herzens, dem die Glückseligkeit zuteil wurde, Hz. Mevlana 40 Jahre lang Tag und Nacht zu dienen, seine Hilflosigkeit so beschreibt, was könnte ich armseliges Geschöpf dann noch sagen? Deshalb überlasse ich das Wort demjenigen, dem es auch gebührt, nämlich unserem Hz. Pir Efendi und unserem Mesnevihan Sefik Can Hodscha, der mit Gottes Gnade sein ganzes segenreiches Leben den Werken Hz. Mevlanas geopfert hat. Unser geehrter Sefik Can Hodscha sagt in seinem Buch “Mevlanas Leben, Persönlichkeit und Ansichten“ im Kapitel “Wie war Hz. Mevlanas Fasten?“ folgendes:

 

„Die Anstrengung und Ausdauer Hz. Mevlanas beim Fasten waren erstaunlich. Er hatte die Wahrheit des Hadith Scherif: ‚Der Hunger ist auf dieser Erde Gottes Nahrung. Gott hält diejenigen, die Er liebt, durch ihn lebendig’ verstanden und lebte sie auch. Gemäss islamischen Grundlagen wird während eines Monats im Jahr gefastet. Die Asketen fasten drei Monate. Es gibt auch diejenigen, die drei Tage, eine Woche oder länger fasten. Am Ende brechen alle das Fasten mit einem Abendessen. Durch die Hocherhabenen wurde uns überliefert, dass auch während des 40tägigen Retreats (Cile) am Abend das Fasten gebrochen wurde. Doch Hz. Mevlana hat den Hunger bis zur Spitze getrieben. Jahrelang hatte er sich nie satt gegessen und nie seinen Magen gefüllt, und so konnte er sagen: ‚40 Jahre war in der Nacht kein Essen in meinem Magen. Solange ich die ganze Nacht in der Gegenwart meines Herrn verbrachte und diese Glückseligkeit erlangte, kam die Nahrung meines Herrn in meine Seele und sättigte mich geistig’. Als Hz. Mevlana und Shems-i Tebrizi sich zum ersten Mal trafen, lebten sie sechs Monate lang nur als eine Seele und ein Körper, so dass beide dem Essen, dem Trinken, überhaupt jedem menschlichen Wunsch fern blieben. Am Abend brachen sie das Fasten nur mit einem sehr einfachen Gericht und begnügten sich dabei mit wenig Essen. Wenn Hz. Mevlana einmal viel ass, dann war das nicht mehr als zehn Bissen. Er sagte: ‚Ich habe so einen Drachen in mir, der hält das Essen nicht aus. Dein Herzensvogel konnte wegen der Krankheit des Essens das Ei deines Körpers nicht durchbrechen, um sich zu befreien. Er blieb in diesem engen Eierschalengefängnis. Befreie dich von der Eierschale der Nafs-Sklaverei, damit deine Flügel sich öffnen, damit du im geistigen Himmel fliegen kannst’. Diese kurzen und einfachen Sätze beschreiben Hz. Mevlanas äusseres Fasten. Er war ohne Zweifel auch derjenige, der das innere Fasten, das Fasten des Herzens, das alles ausser Gott verlassen hat, am vollkommensten übte. So wie die Weisen gesagt haben: Es gibt drei Arten von Fasten, das Fasten des Volkes, das Fasten der wahren Menschen und das Fasten der wahrsten Menschen. Das Fasten des Volkes besteht darin, das Essen und Trinken zu unterlassen. Das Fasten der wahren Menschen ist das Fasten der Hände, der Füsse, der Augen, des Munds und der anderen Glieder, um sie davor zu schützen, schlechte Taten zu begehen. Das Fasten der wahrsten Menschen bedeutet, alles zu verlassen ausser Gott. Ja, Hz. Mevlanas Fasten war die dritte Art des Fastens“.

 

Würde man alle Verse zusammenstellen, die sich bei Hz. Mevlana, der sagte: „Sei klug und halte deinen Magen leer“, zu diesem Thema finden, gäbe es ein ganzes Buch. Unser Hz. Pir sagte dazu im Mesnevi und im Divan-i Kebir unter anderem folgendes: 

 

„Wenn du an die Tür der Wahrheit klopfst, wird sie dir geöffnet. Wenn du die Flügel des Denkens schlägst und versuchst zu fliegen, werden sie dich zum Falken machen.

Du bist dir nicht bewusst, dass die Flügel deines Denkens mit Lehm beschmutzt und schwer geworden sind. Denn du isst Lehm, Lehm ist dein Brot geworden.

Der Ursprung, die Natur des Brotes und Fleisches ist die Erde, der Lehm. Iss wenig davon, damit du nicht wie Lehm auf dieser Erde kleben bleibst.

Wenn du Hunger bekommst, wirst du zu einem Hund; du nimmst schlechte Eigenschaften an, wirst wild, ein minderwertiger Hund, dem man nicht zu nah treten kann.

Doch wenn du dich dann satt gegessen hast, wirst du zu einem Leichnam; gefühllos, ahnungslos, so wie eine Wand ohne Hände und Füsse.

So bist du einmal ein Leichnam und das andere mal ein zänkischer Hund. Wie willst du in diesem Zustand auf dem Weg der Löwen laufen können?

Nur wenn du jagst, nützt dir der Hund, d.h. deine Nafs. Ernähre diesen Hund der Nafs nicht allzu viel, wirf ihm wenig Knochen zu.

Denn wenn der Hund sich vollgefressen hat, wird er aufsässig, er wird ungehorsam. Er ist satt und wird deshalb nicht hinter der Jagdbeute herlaufen“.

(Sefik Can, Mesnevi Band I, Nr. 2870) 

 

 

„Der Ramadan ist gekommen; die Fahne des Königs der Gottesliebe (Aschk) und der Glaube hat uns erreicht! Nimm deine Hand vom weltlichen Essen weg! Denn der geistige Lebensunterhalt ist aus dem Himmel gekommen und der Seelentisch ist bereitet worden!

Die Seele ist dem schwerfälligen Körper entflohen; den Wünschen unserer menschlichen Natur sind die Hände gebunden! Die Armee der Gottesliebe und der Glaube sind gekommen und haben die Armee der Verrücktheit und des Unglaubens besiegt!

Auf eine Art ist das Fasten ein Opfer für unsere Rettung. Unsere Seele wird durch das Fasten Lebendigkeit erlangen! Wenn die Seele unser Herzenshaus besucht, dann sollten wir ihr zu liebe wenigstens unseren Körper vollkommen opfern!

Geduld ist eine schöne Wolke, aus ihr werden göttliche und geistige Regen fallen! Deshalb wurde auch der heilige Koran in diesem Monat der Geduld offenbart!

Unsere Nafs, die uns dazu anstiftet, schlechte Dinge zu tun und zu sündigen, hatte es nötig sich zu reinigen und sauber zu werden! Als der Ramadan kam, zerbrach die Tür des Sündenkerkers; die Seele hat sich vom Gefängnis der Nafs befreit, hat die Himmelfahrt gemacht und sich mit den Geliebten vereint!

Während diesem heiligen Monat ist auch das Herz nicht untätig geblieben: Es zerriss den Schleier der Hoffnungslosigkeit und flog in den Himmel. Die Seele war sowieso nicht dieser schmutzigen Erde angehörig, sie war den Engeln angehörig und flog zu ihnen!

Halte dich an dem Seil des Erbarmens fest, das während des Ramadan herabgesandt wird und befreie dich aus dem Gefängnis, aus dem Grab deines Körpers! Joseph (F.s.m.I.) steht am Brunnen, er ruft nach dir; beeile dich, verlier keine Zeit!

Als Jesus (F.s.m.I.) sich von den Wünschen des Körperesels befreit hatte, wurde sein Gebet erhört! Reinige dich ebenfalls von den Wünschen der Nafs, wasche deine Hände! Denn es ist ein mit geistigen Speisen gedeckter Tisch aus dem Himmel gekommen!

Nun, wasche deine Hände, deinen Mund; iss weder Nahrung, noch trinke etwas, noch sage irgendetwas! Suche die geistigen Bissen der Erhabenen, die still sind, weil sie die Wahrheit erlangt und Gott gefunden haben“.

(Sefik Can, Divan-i Kebir Band I, Nr. 459) 

 

 

„Ernähre nicht deinen Körper und mache ihn fett! Denn er wird am Ende als ein Opfer, als Futter für die Wölfe an den Grabstätten, der Erde übergeben! Sieh zu, dass du deine Seele mit geistiger Nahrung ernährst; denn sie ist es, die am Ende in die Höhe steigt und Ehre erlangt!

Gib diesem Leichnam wenig fettige und süsse Sachen! Denn derjenige, der den Körper ernährt, lässt sich durch die sinnlichen Begierden und Wünsche der Nafs verführen und wird am Schluss zum Gespött werden!

Gib du der Seele geistige Nahrung; gib ihr Gedanken, Verständnis und Ideen, die fett und süss sind, damit sie an den Ort, wohin sie gehen wird, kräftig und gut ernährt geht!“

(Sefik Can, Divan-i Kebir, Band II, Nr. 468) 

 

 

“Gib das Essen im Übermass auf, vermindere das Schlafen!

Oh Göttlicher! Du, der die Perle in den Misthaufen fallen liess, lasse diese Seele nicht seelenlos! Tue nicht so, wie wenn du über die Perle in deinem Körper nicht Bescheid wüsstest und lebe nicht wie die Tiere ohne Seele! Verwandle nicht dieses Brot, welches Gott gegeben hat, in Mist!“

(Sefik Can, Divan-i Kebir Band II, Nr. 640) 

 

 

“Von nun an schliesse deinen Mund für das Brot, das süsse Fasten ist gekommen. Bis zu dieser Zeit hast du die Fähigkeit des Essens und Trinkens gesehen. Nun ist es an der Zeit, die Fähigkeit des Fastens zu sehen!

Das Fasten wurde Jesus, dem Sohn der Maria, zum Zemzem (als heilig angesehenes Wasser vom Brunnen in Mekka). Er hat die Reise des Fastens auf sich genommen und stieg in den vierten Himmel.

Wo ist das Flügelschlagen der Vögel und wo ist das Flügelschlagen der Engel? Die Vögel schlagen die Flügel wegen dem Futter, die Engel fliegen jedoch dem Fasten entgegen.

Auch wenn das Fasten einige Schwierigkeiten mit sich bringt, so bringt es auch hundert verschiedene Fähigkeiten. Die Liebe des Fastens ist eine ganz andere Liebe.

Das Fasten ist eine Schönheit, die sich mit einem Schleier verhüllt verborgen hat. Nimm den Schleier weg und wenn du Augen hast, die sehen können, schau es an; es ist so schön!

Das Fasten wird dir den Hals dünner machen, aber sei nicht besorgt, denn es wird dich vor dem Sterben sicher machen. Das Völlegefühl des Magens und die Unbequemlichkeit kommen durch das übermässige Essen und Trinken. Das Fasten bringt dich jedoch in einen geistig betrunkenen Zustand.

Dreissig Tage wirst du im Meer des Ramadan von einem Anfang zum anderen, von einem Ende zum anderen schwimmen. Am Ende wirst du die Perle des Fastens in die Hand bekommen.

Alle List, alle Massnahmen, alle Pfeile des Teufels werden am Schild des Fastens abprallen und zerbrechen“.

(Sefik Can, Divan-i Kebir, Band III, Nr. 1155) 

 

 

“Gott sei Dank ist wieder der Monat des Fastens gekommen. Sei dieser heilige Monat uns allen gesegnet. Oh du, der du dem Fasten ein Weggefährte, ein Freund bist! Möge deine Reise gesegnet und angenehm sein.

Ich stieg auf das Dach, um den Mond des Ramadan zu sehen. Ich hatte das Fasten sehr vermisst und wartete sehnsüchtig darauf.

Als ich den Mond anschaute, fiel meine Mütze von meinem Kopf. Der heilige Fastenkönig hat mir den Verstand genommen. Er hat mich betrunken gemacht.

Oh Muslime! Seit ich Ihm mein Herz geschenkt habe, bin ich sowieso betrunken. Mein Verstand ist verwirrt. Ah, was für ein schönes Schicksal ist das Fasten, was für ein schönes Reich, was für ein schöner Zustand!

In diesem Fasten ist ein verborgener Mond. So wie ein Türke, der sich im Zelt des Fastens versteckt.

Wer in diesem heiligen Monat mühelos und fröhlich auf den Dreschplatz des Fastens kommt, wird den Weg zu diesem schönsten Mond finden.

Wer sein gesundes Gesicht aus Atlas (kostbarer, wertvoller, seidiger Stoff) bleich werden lässt, wird am Ende das seidige Kleid des Fastens anziehen.

In diesem Monat werden die Gebete erhört. Die “Achs” (ein Ausruf, den man aus Staunen über die Grösse Gottes äussert) des Fastenden werden die Himmel durchdringen.

Derjenige, der im Brunnen des Fastens Geduld zeigt, wird wie Joseph in Ägypten ein Sultan im Land der Liebe werden. Oh derjenige, der vor dem Tagesanbruch für das Fastenessen aufsteht! Sprich wenig, sei sogar still! Sei still, damit diejenigen, die das Fasten verstehen, über das Fasten sprechen.

Komm, oh Shemseddin, oh du grosser Mensch, der der Stadt Tebriz Trost schenkt! Komm, komm, denn du bist der oberste Befehlshaber der Fastenarmee“. (Sefik Can, Divan-i Kebir Band III, Nr. 1119) 

 

 

Hayat Nur Artıran 
Istanbul, 31.08.2005 

 

 

 


*Sein richtiger Name war Mecdeddin Feridun, der Sohn von Ahmed. Sipehsâlar bedeutet „der Kommandant“ und ist sein Übername, weil er während der seldschukischen Regierung ein Kommandant war. Er starb im Jahre 1312. Seine Grabstätte ist in Konya im Hz. Mevlana-Museum. 

 

 

 

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