Der Burak der Liebe, den wir bestiegen haben, ist der Burak des Himmels.

 

Der Burak der Liebe, den wir bestiegen haben, ist der Burak des Himmels.

 

Wir haben unsere Füsse zum Kopf gemacht und den Fluss der Wahrheit überquert und haben so das Universum auf den Kopf gestellt; wir sind aus dem Universum herausgesprungen und haben nichts mehr mit dem Universum zu tun.

Der Burak der Liebe, den wir bestiegen haben, ist der Burak des Himmels. Deshalb sind wir mit einem einzigen Sprung in den Himmel aufgestiegen.

Um zum Thron des Königs, von dem wir nicht wissen, wer er ist und wie er ist, zu gelangen, haben wir die Welt wie Atome durcheinandergebracht.

Als erste Station zeigte sich ein Meer voller Blut. Mit blutgebadeten Füssen haben wir die Wellen überschritten.

Auf dem Wege Gottes voranschreitend ist das menschliche Verständnis, die menschliche Einbildung, der menschliche Verstand – ist alles von uns abgebröckelt. Denn wir haben die sechs Richtungen, die den Menschen umzingeln, überschritten.

Als wir dann bei der Grenze, wo Layla und Majnun sich aufhielten, angelangt waren, wurde unser Pferd ungehorsam, wir konnten es nicht zähmen. Da haben wir auch die Grenze von Majnun überschritten.

Durch die Gebete und guten Handlungen, die sie verrichtet hat, wurde die Nafs erheblich wie Karun, ein Krösus, der dem Boden gleich gemacht wurde. Danach ritten wir mannhaft gegen die Richtung Seines Schatzes.

Wenn die Wüste und die Täler, die wir im Licht seiner Liebe durchquert haben, ein Staubkörnchen von diesen Wegen gefunden hätten, würden Wüste und Tal zum Leben erweckt.

 

Hz. Mevlana, Divan-i Kebir
Band II, Gedicht Nr. 801
Firuzanfer, Band III, Gedicht Nr. 1595
Übersetzung ins Türkische von Şefik Can

Sei ein Opfer wie Ismail auf diesem Weg der Liebe!

 

Sei ein Opfer wie Ismail auf diesem Weg der Liebe!

 

Oh Freund, der du auf dem rechten Weg gehst, lass mich dir einen Ratschlag geben: „Die Arbeit des Derwisches wird durch das Blut des Herzens erreicht, wird durch Herzensblut erlangt.“

Wisse dies genau und glaube es: Gott wird die Fürbitte des Derwisches mit verwundetem Herzen hören und erfüllen.

Wenn du den König, der auf keine Weise erkannt wurde, in deinem Herzen findest, wirst du reich werden und dich von Viel und Wenig retten.

Sei ein Opfer wie Ismail auf diesem Weg der Liebe – wenn du kein Schaf bist, dann gib dich einem Heiligen hin! Schenk ihm dein Herz!

Weil du in der Luft von Shems-i Tebriz-i erwachsen worden bist, denk nicht an diese Unreifen, überlasse sie sich selbst!

 

Hz. Mevlana, Divan-i Kebir
Band II, Gedicht Nr. 609
Firuzanfer, Band III, Gedicht Nr. 1237
Übersetzung ins Türkische von Şefik Can

Ich sehe die Liebe als eine Burg, die den Menschen von allen Schwierigkeiten und Heimsuchungen schützt.

Ich sehe die Liebe als eine Burg, die den Menschen von allen Schwierigkeiten und Heimsuchungen schützt.

 

Ich habe dein Gesicht, das dem Frühling gleicht, gesehen. Und habe bemerkt, dass die Rose deine Schönheit gesehen- und sich über ihre eigene Schönheit geschämt hat.

Du bist gekommen und hast dich in meinem Herzen niedergelassen, hast darüber bestimmt; deshalb habe ich mein Herz deinetwegen in einem unentschlossenen Zustand vorgefunden.

Seit ich deine schlaftrunkenen Narzissenaugen gesehen habe, bin ich selber, wie die Narzisse, ganz zum Auge geworden.

Ich sehe die Liebe als eine Burg, die den Menschen von allen Schwierigkeiten und Heimsuchungen schützt und bewahrt; deshalb gehe ich zur Liebe, deshalb suche ich Zuflucht bei der Liebe.

Ich habe auf allen weltlichen Besitzt und auf das weltliche Vergnügen verzichtet und habe nur deine Liebe ausgewählt.

Du bist die Seele der Welt. All die tausenden Existenzen, die im Universum ersichtlich sind,

all das Hab und Gut – alles, alles hast du erschaffen. In ihrer Vielzahl habe ich sie getrennt gesehen. Tatsächlich sind sie aber Eins – es sind deine Werke.

Warum sollte ich in unserer Stadt einen Geliebten suchen? Ich habe die Freundschaft des Sultans der Sultane erreicht.

 

Hz. Mevlana, Divan-i Kebir

Band II, Gedicht Nr. 772

Firuzanfer, Band III, Gedicht Nr. 1548

Übersetzung ins Türkische von Şefik Can

Wenn ich das Gesicht des Geliebten nicht sähe, fiele ein Feuer – wie die Tulpe – in mein Herz, und ich würde schwarz werden und verbrennen

Wenn ich das Gesicht des Geliebten nicht sähe, fiele ein Feuer – wie die Tulpe – in mein Herz, und ich würde schwarz werden und verbrennen

 

Hast du nicht „Ich werde von der Qual durch diesen quälenden Geliebten nicht gekränkt; mit seiner Liebe kann ich die ganze Welt drunter und drüber bringen!“ gesagt?

Hast du nicht seine Hand ganz fest gehalten und „Für diese Seele, für dieses Herz, kann ich mein Leben, mein Herz opfern!“ gesagt, und hast du nicht dein Wort gegeben und einen Bund geschlossen?

Oh Licht meines Auges! Wenn ich das Licht deines Auges bin, betrachte mich nicht als fern von dir, hebe deinen Kopf und schau nach oben – ich bin am Fenster!

Oh mein Retter! Tauche ein in die Freude, du bist der Hz. Jesus dieser Zeit! Zwar bin ich wie die Nadel, kann überall rein, doch du, reck dein Kopf aus dem Fenster und schau nach unten!

Es wird gesagt: „Am Tag der Auferstehung wird es ein Feuer und ein Rauch der Liebe geben!“ Eben du bist das Licht dieses Feuers, der Rauch bin ich!

Wenn ich das Gesicht des Geliebten, das Hunderten von Rosengarten im Frühling gleicht, nicht sähe, fiele ein Feuer – wie die Tulpe – in mein Herz, und ich würde schwarz werden und verbrennen. Ich hätte Hunderte von Zeugen, die ich – wie die Schwertlilie – zu beklagen hätte.

Oh geistiger Sultan Shemseddin aus Tebriz! Dir möge ich als einziger Verliebter genügen. An den Versammlungstagen möge ich wie die Kerze verbrennen und den Versammlungsrat erleuchten. Und am Tag des Krieges mit den Nafs möge ich wie das Eisen standhalten.

 

Hz. Mevlana, Divan-i Kebir

Band II, Gedicht Nr. 791

Firuzanfer, Band III, Gedicht Nr. 1592

Übersetzung ins Türkische von Şefik Can

Internationale Mevlana Stiftung Schweiz

„Allein ist der Mensch nichts. Wenn wir alle zusammen kommen, werden wir erst zu einem Menschen. Los, lass uns zusammen kommen, um Mensch zu werden!“ Es ist Mevlana Celaleddin RUMI, der uns dazu auffordert. Sein Wirken und seine inspirierten und inspirierenden Schriften sind das Fundament des im 14. Jahrhundert entstandenen Ordens der Mevlevi. Sie sind hier auf der Webseite des Schweizer Zweiges dieses Ordens. Die Hauptsprache ist Deutsch, doch unseren Freunden in anderen Sprachräumen und ohne eigene Webseite bieten wir auch Platz an. Zu verwandten Webseiten haben wir einen Link geschaltet. Möge unser Wirken ein Dienst an diese Welt sein dürfen, zum Wohl der Menschen, die dem eigentlichen Zweck ihres Daseins nachgehen möchten. Mögen wir dies im Schutze und Lichte unseres Pirs Hazreti Mevlana tun, und mögen wir dabei Gottes Schutz erfahren!

Mausoleum von Mevlana in Konya
Mausoleum von Mevlana in Konya
Sema in Zürich mit Sheik Peter Cunz und Derwischen
Sema in Zürich, das Drehritual der Mevlevi