Die Schönheit Gottes, 19.-21. Oktober 2018

Sufi-Mystik im Portrait

Celaladdin Rumi (13. Jhd.) und Omar Chajjam (11. Jhd.)

Konzipiert von Peter Wild
und begleitet von Peter Hüseyin Cunz

Kloster Kappel
Seminarhotel und Bildungshaus
Kappelerhof 5
CH-8926 Kappel am Albis

Tel: +41 44 764 88 30
kurse.theologie@klosterkappel.ch
http://www.kursekappel.ch

 

Hilfreich für den Kurs ist die Lektüre der folgenden Romane:

  • Elif Shafak: „Die vierzig Geheimnisse der Liebe“
  • Dzevad Karahasan: „Der Trost des Nachthimmels“

 

Jesus im Koran (Mai 2018)

Jesus im Koran

(aus einem Referat von Peter H. Cunz, am 31. Mai 2018 in Thun)

 

Im 2. Jhd. lebte der Gelehrte Galenos von Pergamon. Er galt als einer der grössten Wissenschaftler aller Zeiten und wurde während 1500 Jahren nicht hinterfragt. Und was sagt der grosse Mystiker Celaleddin Rumi über ihn? Ich zitiere einen Vers aus seinem Lehrwerk (Mesnevi 1:528):

 

Unzählig sind die Künste des Galen; im Vergleich zu Jesus und seinem Atem sind sie lächerlich.

 

Jesus trägt im Islam einen hohen Rang und wird sehr verehrt. Er ist vor allem für seinen reinen Atem bekannt, mit dem er Menschen heilte und Tote zum Leben erweckte. Im Koran (3:49 und 5:110) und den islamischen Überlieferungen wird das so genannte Vogelwunder erwähnt, weil er schon als Jüngling aus Ton geformte Vögel lebendig machte, indem er seinen Atem auf sie hauchte.

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Das Oberhaupt aller Mevlevi

(Aus einem Beitrag von Ibrahim Gamard Efendi)

 

Der Mevlevi-Orden – eine islamische Tradition – führt die spirituellen Lehren und die Praxis von Mevlânâ Jalâluddîn Rûmî, seinen Nachfahren und seinen Anhängern seit über 700 Jahren fort. Durch die Restriktionen, denen die Sufi-Organisationen in der Türkei seit über 80 Jahren unterworfen sind, wurde die Mevlevi-Tradition deutlich geschwächt.

In der heutigen Welt, in der Informationen elektronisch leicht zugänglich sind, gibt es eine ganze Reihe von Mevlevi-Organisationen, die über Webseiten verfügen und verschiedenartig Autorität beanspruchen. Dies macht es schwierig zu erkennen, welche Organisationen legitime Autorität besitzen und welche nicht. Die Folge davon ist, dass es für die Mevlevi-Tradition schwieriger ist, sich im Westen gemäß der traditionellen spirituellen Praxis, der traditionellen Lehren und einer entsprechenden Ethik zu etablieren.

Der Zweck dieses Artikels ist es klarzustellen, dass allein der „Groß-Çelebi“ oder Maqâm-i Çelebi, ein direkter Nachfahre von Mevlânâ Jalâluddîn Rûmî, berechtigt ist zu entscheiden, wer ein rechtmäßiger und autorisierter Mevlevi-Scheich ist und wer nicht. Der jetzige Maqâm-i Çelebi ist Faruk Hemdem Çelebi Efendi aus der Türkei.

Fâruk Çelebi Efendi ist Vorsitzender der Internationalen Mevlana-Stiftung (auf Türkisch Uluslarasi Hz. Mevlânâ Vakfi), deren Sitz sich in Istanbul befindet. Alle rechtmäßigen Mevlevi-Scheichs müssen über diese zentrale Organisation an ihn angeschlossen sein. Leider haben sich einige Leiter von Mevlevi-Gruppen dazu entschlossen, die Amtsgewalt des Groß-Çelebi zu ignorieren – oder, wie in manchen Fällen, ihn zwar verbal zu bestätigen, ohne aber wirklich mit ihm zusammenzuarbeiten und ohne ihm echte Gefolgschaft zu leisten.

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Mevlevi in der Schweiz

Wöchentlich treffen wir uns zu Gebet, Gottesgedenken (Dhikr) und Studien und pflegen die Gemeinschaft. Diese Zusammenkünfte stehen allen Interessierten offen, die mit dem nötigen Respekt zu uns stossen. Im weiteren üben wir das Drehen, ein äusserst effektvolles Exerzitium, das einige Male im Jahr im Sema (Drehritual) seinen Höhepunkt findet. Doch das wichtigste Übungsfeld ist der Alltag, in dem wir ständig Gelegenheiten finden, das Gelernte zu festigen und uns am Konkreten zu testen.

Du wirst frei werden von Wünschen,
Von den inneren Fantasien.
Du wirst leer werden.
Du wirst leben ohne Atem.
Du wirst eintauchen in das Leben von Ya-Hu,
Und dann wirst du aufhören, Ya-Hu zu sagen.

Du wirst zum Fenster eines jeden Hauses,
Zum Rosengarten in jedem Feld.
Verlässt du dein Selbst und lässt deine Existenz abfallen,
So wirst du Ich, ohne Mich.

(Divan-i Kebir, Meter 1, Gasel 147,
Verse 1937+1940; Übersetzung Daniel Beck)

Wir als Mevlevi Tarikat in der Schweiz arbeiten sehr eng zusammen mit unserer Dachorganisation „Internationale Mevlana Stiftung“ in Istanbul und nennen uns deshalb „Internationale Mevlana Stiftung Schweiz“. Die Gründung einer eigenen Rechtsform wurde aber notwendig. So haben wir im Herbst 2014 den Mevlana-Verein Schweiz gegründet, der für unsere bescheidenen finanziellen Mittel gerade steht.

Folgende Personen koordinieren zur Zeit die Tarikat in der Schweiz:

Peter Hüseyin Cunz  Lehrbeauftragter (Scheich), Vereinspräsident
Anne Regard Cunz  Erstkontakte, Kommunikation
Elisabeth Gubelmann  Erstkontakte, Administration, Finanzen
Nicolas Furger  Kalif und Leiter Drehritual (Semazenbaschi)
Alexander Stoll  Themenabende, Anlässe
Bärbel Hübner  Raumverantwortliche
Alma Hajdarevic  Vereins-Vizepräsidentin
Bahar Can  Kontakte in die Türkei
Tülin Özgür  Kontakte in die Türkei

 

Arbeits-Beziehung mit Leiterinnen und Leiter von Mevlevi-Gruppen im Ausland:

Nur Artiran, Istanbul, Türkei
Süleyman Bahn, Deutschland
Gustavo Martinez, Miami, USA
Muhamad Carlos Leal Roel, Mexiko und Spanien
Claudia Patricia Rodriguez Chaves, Kolumbien